Startseite Frühere Auflagen Forschungsbefunde LEMAN - Lebenszyklusmanagement
LEMAN - Lebenszyklusmanagement

Selig fand bezüglich Anwendungssystem-Management [Anmerkung: früher verbreitete Bezeichnung für Lebenszyklusmanagement] folgenden Befund (schriftliche Befragung, N = 33, Untersuchungszeitraum 1982): Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für ein Anwendungssystem-Management. In 24 ausgewerteten, schriftlich vorgelegten Phasenkonzepten sehen 15 nach Abschluss der Systemeinführung lediglich eine Phase Wartung und/oder eine Phase Überprüfung vor.

Selig, J.: EDV-Management – Eine empirische Untersuchung der Entwicklung von Anwendungssystemen in deutschen Unternehmen. Springer, Berlin et al. 1986


Griese et al. berichten folgenden Befund (explorative Studie in zwölf Unternehmen, Untersuchungszeitraum 1982-1984): Acht Unternehmen verfügen über Informationen über den prozentualen Anteil verschiedener Lebensdauerzyklen am Gesamtaufwand für ein Anwendungssystem, wobei die Zyklen Neuentwicklung, systembedingte Änderungen, organisationsbedingte Änderungen, extern bedingte Änderungen, Beseitigung von Störungen und Fehlern und sonstige Wartung unterschieden werden. Die meisten Unternehmen fassen aber dann alle Zyklen, die nicht Neuentwicklung sind, in einer einzigen Aufwandsgröße „Wartung/Pflege“ zusammen.

Griese, J. et al.: Ergebnisse des Arbeitskreises „Wirtschaftlichkeit der Informationsverarbeitung“. In: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung 7/1987, 515-551


Wiegmann berichtet über Erfahrungen aus einem Projekt zur Restrukturierung von COBOL-Programmen mit dem Werkzeug DOMINO-CARE u. a.: Die restrukturierten Prog-ramme waren von Beginn an fehlerfrei und hatten die volle Funktionalität der Altprogramme. Aus dieser Erfahrung folgt, dass aufwendige Tests der restrukturierten Programme nicht erforderlich sind. Ob die Wartbarkeit verbessert werden konnte, wurde in Abhängigkeit von der Kenntnis der Altprogramme unterschiedlich beurteilt. Programmierer, welche die Altprogramme gut kannten, fanden Lesbarkeit und Verständlichkeit kaum verbessert.

Wiegmann, B.: DOMINA-CARE – Erfahrungen aus einem Pilotprojekt. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 2/1992, 146-155


Sneed/Kaposi haben im Rahmen des Projekts Esprit-Metrik festgestellt, dass die Anpassungswartung, die nicht ausdrücklich auf Qualitätsverbesserung abzielt, die Wartbarkeit auf Grund steigender Komplexität weiter verschlechtert. Während die Komplexität nach einer Korrekturwartung nur um 4 % steigt, erhöht sie sich durch eine Anpassungswartung um 26 % (zitiert nach Eicker et al.).

Eicker, St. / Kurbel, K. / Pietsch, W. / Rautenstrauch, C..: Einbindung von Software-Altlasten durch integrationsorientiertes Reengineering. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 2/1992, 137-145


Filbig/Kernler berichten über Erfahrungen aus einer Fallstudie über die Programm-Migration von COBOL (mit VSAM) auf NATURAL (mit ADABAS) u. a.: Die Anzahl der Programme hat sich drastisch erhöht (von etwa 700 auf 1200), was auf die konsequente Modularisierung zurückzuführen ist. Die Anzahl der Zeilen Code je Programm hat sich drastisch verringert (von zwischen 80 und 6000 auf durchschnittlich 150), was auf die Mächtigkeit der Befehle von NATURAL zurückzuführen ist. Die Systemzuverlässigkeit konnte deutlich gesteigert werden (von einem Absturz pro Woche auf null). Überstunden bei den Softwareentwicklern wurden abgebaut. Die Programme sind nach der Umstellung auf NATURAL vom Softwareentwickler unabhängig; sie sind von jedem Softwareentwickler wartbar. Die Arbeitsorganisation der Softwareentwickler konnte verbessert werden, insbesondere wurde die Arbeitsteiligkeit reduziert. Das Qualitätsbewusstsein wurde gestärkt.

Filbig, G. / Kernler, H.: Eine Migration von COBOLVSAM zu NATURAL/ADABAS. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 4/1993, 325-330


Spitta leitet aus dem Datenmaterial einer Längsschnittuntersuchung (Erfassung der Aufwandsdaten vom 1.2.1987 bis Mitte 1993 durch 40 Softwareentwickler in einem Industrieunternehmen mit rd. € 100 Mio. Jahresumsatz) die These ab, dass neben Entwicklung und Wartung eine Serviceart Betreuung treten muss, deren Aufwand nicht der Wartung zugerechnet werden darf. Er leitet u. a. folgende quantitative Aussagen ab: Etwa ein Viertel des Wartungsaufwands ist Aufwand für ungeplante Wartung; Struktur- und Kostenentwicklung der Wartung sind Ansatzpunkt für die Reduzierung des Wartungsaufwands. Die Aufwandsveteilung zwischen Entwicklung und Wartung beträgt 66:34; sie ist das Ergebnis situativer Entscheidungen (insbesondere Investitionsentscheidungen für Softwareentwicklung); sie kennt keine Gesetzmäßigkeit.

Spitta, Th.: Gewinnung korrekter Daten aus manuellen Aufschreibungen – Empirische Ermittlung eines Datenerfassungssystems. In: Grün, O. / Heinrich, L. J. (Hrsg.): Wirtschaftsinformatik – Ergebnisse empirischer Forschung, Springer, Wien/New York 1997, 105-118


Nach der Studie Information Lifecycle Management der Beratungsunternehmen Lünendonk und Techconsult gehört die Bewältigung des Datenwachstums bei hohem Kostendruck zu den großen Herausforderungen für das IT-Management (schriftliche Befragung der IT-Leiter von deutschen Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern, N = 190, Erhebungszeitraum 2004). Etwas mehr als 17 %der befragten Unternehmen hat mit der Einführung von ILM begonnen oder plant dies. Als Treiber des Datenwachstums werden E-Mail (38 %), Office-Dokumente (28 %) und Anwendungen im Umfeld Data Warehouse und Business Intelligence (28 %) genannt. Die Kosten- und Leistungsrechnung gewinnt an Bedeutung, wobei 30 % der Befragten die Kosten für Speichernutzung nach dem so genannten Versichererprinzip an die Fachabteilungen oder Geschäftsbereiche verrechnet; Tendenz deutlich steigend.

http://www.bitp.org/presse_detail.php?ID=62&SFILTER=*&adate=2003. Abruf am 15.11.2004