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TECHM - Technologiemanagement

Weltz et al. berichten über die Ergebnisse einer empirischen Breitenuntersuchung (Experteninterviews in Deutschland und den USA, Erhebungszeitraum nicht genannt) und drei Fallstudien zum Verhältnis Technologieeinsatz und Management u. a. (zitiert nach Ortmann): 1. Bei der Planung werden Geschäftspolitik und IuK-Technologie kaum miteinander verknüpft; die Entwicklung des Einen erfolgt ohne Beziehung zum Anderen. 2. Der Gestaltungsspielraum wird auf die Technologie reduziert; organisatorische und personalwirtschaftliche Aspekte werden ausgeklammert. 3. Die Veränderung von Managementfunktionen und Hierarchiestrukturen ist kein Ziel des Technologieeinsatzes. 4. Bestehender Gestaltungsspielraum wird nicht ausgelotet, Gestaltungsalternativen werden nicht systematisch verfolgt.

Ortmann, G.: Unternehmensstrategien und Informationstechniken. Besprechungsaufsatz. In: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung 11/1991, 997-10001



Ambichl/Heinrich berichten über die Ergebnisse von Vergleichsstudien an zwei Client-Server-Architekturen (File-Server- und Datenbank-Server-Architektur) u. a. (Laborstudien, Untersuchungszeitraum 1987): Bei mittlerer Arbeitslast sind die Antwortzeiten des File-Servers um 105 % höher als die des Datenbank-Servers. Bei hoher Arbeitslast ist der Durchsatz am Datenbank-Server um 179 % höher als am File-Server. Die hohe Leistung des Datenbank-Servers wird jedoch nur dann erreicht, wenn gespeicherte SQL-Befehle (stored procedures) verwendet werden, sonst ist die Leistung des Datenbank-Servers nur um 32 % höher. Während der File-Server bei allen durchgeführten Tests nie ausfiel, kam es bei hoher Arbeitslast und fünf aktiven Arbeitsstationen zu einem Ausfall des Datenbank-Servers.

Ambichl, A. / Heinrich, L. J.: Leistungsbewertung dialogorientierter Datenbanksysteme in Client/Server-Architekturen. In: Information Management 3/1992, 24-31


Heinrich/Reindl berichten über die Evaluierung von zwei Softwareprodukten für Datenbankserver u. a. (Laborstudien, Untersuchungszeitraum 1993): Die Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Antwortzeiten über alle Transaktionen nehmen mit steigender Anzahl aktiver Arbeitsstationen zu. Der Unterschied der maximalen Antwortzeiten beträgt Faktor 2. Das Durchsatzverhalten ist von der Anzahl aktiver Arbeitsstationen abhängig; bis zu fünf Arbeitsstationen ist das eine, ab sechs Arbeitsstationen das andere Produkt leistungsfähiger. Die Befunde zeigen, dass in Laborstudien Informationen gewonnen werden, mit denen Entscheidungen über den Technologieeinsatz unterstützt werden können.

Heinrich, L. J. / Reindl, M.: Leistungsbewertung von Datenbank-Server-Systemen. In: Frisch, W. / Taudes, A. (Hrsg.): Informationswirtschaft – Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven. Heidelberg 1993, 231-246


Willcocks/Lester haben mit empirischen Untersuchungen (mündliche explorative Befragung, N = 50 Unternehmen, schriftliche Befragung weiterer 50 Unternehmen sowie Follow-up-Befragungen, Erhebungszeitraum 12/1990 und 1/1991) zur Ex-post-Evaluierung in der Installierungsphase (post implementation phase) festgestellt: Die Zufriedenheit mit den verwendeten Evaluierungsverfahren und ihren Ergebnissen ist beim Management der Fachabteilungen und bei den Benutzern deutlich geringer als beim IT-Personal. Die Anzahl der Unternehmen, die Evaluierungen durchführen, nimmt mit dem Projektfortschritt ab; insbesondere wird von wesentlich mehr Unternehmen in der Vorstudie – im Vergleich zur Installierungsphase – evaluiert. Ein Zusammenhang zwischen der Art und der Branche der Unternehmen und der Auffassung über die Wirksamkeit der Evaluierung konnte nicht festgestellt werden. 20 % der Unternehmen evaluieren nicht in der Installierungsphase. Angegebene Gründe sind: Nicht erforderlich; zu hohe Kosten; hält von anderer Arbeit ab; Ergebnisse werden in negativer Weise verwendet; zu bürokratisch. Diese und ähnliche Befunde geben zu der These Anlass, dass die Unternehmen dazu tendieren, die Kosten für IT-Projekte als verlorene Kosten (sunk costs) zu betrachten, so dass Evaluierung nutzlos ist. Folgende Evaluierungsverfahren (bzw. Evaluierungskriterien) wurden verwendet (in Klammern die Häufigkeit der Nennungen): Kostenvergleich mit der Vorstudie (83 %); Kostenwirtschaftlichkeit (63 %); Produktqualität (53 %); Verfügbarkeit (49 %); Produktivität (44 %); Arbeitszufriedenheit (22 %) sowie weitere, seltener verwendete. Häufig verwendet wurde eine Kombination der sechs genannten Verfahren (15 %), der ersten fünf (15 %) und der ersten vier (10 %).

Willcocks, L. / Lester, St.: How do Organizations Evaluate and Control Information Systems Investments? Recent Survey Evidence. In: Avison, D. et al. (Ed.): Human, Organizational, and Social Dimensions of Information Systems Development. North-Holland et al. 1993, 15-39


Damschik/Häntschel berichten über die Evaluierung von drei Softwareprodukten für Workflow-Systeme u. a. (Laborstudien, Untersuchungszeitraum 1993/1994): Bei Verwendung von LinkWorks ist die durchschnittliche Durchlaufzeit um 28 %, bei Verwendung von WorkParty um 100 % länger als bei Verwendung von Lotus Notes. Die durchschnittliche Liegezeit ist bei Verwendung von Lotus Notes bzw. LinkWorks gleich lang, bei Verwendung von WorkParty um 143 % länger. Zusammenfassend wird festgestellt, dass in Laborstudien typische Bürovorgänge abgebildet, mit verschiedenen Softwareprodukten implementiert und untersucht werden können, so dass vergleichende Aussagen im Sinne einer Ex-ante-Evaluation für strategische Entscheidungen über den Technologieeinsatz möglich sind.

Damschik, I, / Häntschel, I.: Evaluierung von Workflow-Systemen. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 1/1995, 18-23


Schwärtzel/Schmid berichten über die Bedeutung der Telekommunikation als Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit u. a. (schriftliche Befragung, N = 1.669 Mitarbeiter deutscher Unternehmen, ergänzende Interviews in ausgewählten Unternehmen, Erhebungszeitraum Frühjahr 1996): Zwei Drittel der Befragten stufen Telekommunikation als sehr wichtig oder wichtig für die Gestaltung der Geschäftsprozesse ein. Die Unternehmensgröße hat keinen Einfluss auf die Beurteilung der Bedeutung. Den größten Einfluss auf die Nutzung von Telekommunikationsdiensten haben die Mitarbeiter der Struktureinheiten Marketing und Vertrieb. Der Einfluss der Geschäftsleitung nimmt mit zunehmender Mitarbeiteranzahl ab, da größere Unternehmen in der Regel über Spezialisten in den Fachabteilungen verfügen.

Schwärtzel, H. / Schmid, A.: Neue Telekommunikationsdienste – Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung. In: Grün, O. / Heinrich, L. J. (Hrsg,): Wirtschaftsinformatik – Ergebnisse empirischer Forschung. Wien/New York 1997, 181-192


Renkema stellt zur Ex-post-Evaluierung bei Investitionen in IuK-Technologien u. a. fest (Inhaltsanalyse einschlägiger Publikationen): „Different studies show, however, that only few organizations pay attention and devote time to evaluations of investments after the implementation phase.” (p. 92)

Renkema, Th. J. W.: The IT Value Quest. How to Capture the Business Value of IT-Based Infrastructure. Chichester et al. 1999


Nach einer Untersuchung der Beratungsgesellschaft KPMG (schriftliche Befragung, N = 371 Unternehmen in Deutschland, Untersuchungszeitraum 2000) wollen 68% der befragten Unternehmen in den nächsten drei Jahren elektronische Marktplätze nutzen. Rund drei Viertel der Unternehmen planen, das Internet „in der Verwaltung einzusetzen“, 85% wollen über das Internet einkaufen und 50% die Produktionsplanung und -steuerung mit Hilfe des Internets erledigen. Insbesondere wollen die Unternehmen das Bestellwesen, die Kundenbetreuung und das Order-Tracking in das Internet verlagern, um Kosten zu senken. Erst ein Drittel der Unternehmen macht Umsätze über das Internet; dieser Wert soll sich im genannten Zeitraum auf 87 % erhöhen. Etwa jedes fünfte Unternehmen will dann rd. 20 % des Umsatzes über das Internet abwickeln, 13 % geben an, bis dahin keinen Online-Umsatz zu haben. Ziele für E-Business-Investitionen sind (mit Priorität in dieser Reihenfolge): Optimierung der Geschäftsprozesse (insbesondere Kostensenkung), Imagegewinn und Transparenz im Beschaffungsmarkt. Als wesentliche Probleme für die Zielerreichung werden angegeben: Hohe Einführungskosten, mangelnde Sicherheit, Integration mit bestehenden Informationssystemen sowie das beim Führungspersonal bestehende Wissensdefizit.

o.V.: Fast alle deutschen Unternehmen arbeiten an E-Business-Lösungen. F.A.Z. vom 27.11.2000, 27


Nach einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft sieht mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen keine Veranlassung, das Internet zu nutzen (zitiert nach Wildemann). Als Gründe werden angegeben: „Der Absatzweg der Zukunft“ wird einerseits auf Grund mangelnder Transparenz und Vertrautheit mit dem Internet unterschätzt, andererseits erscheint er vielen Unternehmen „nur als Darstellungsmittel“ für eigene Produkte im Vertrieb. Durchdringungsgrad und Akzeptanz von internet-basierten Kommunikationsmitteln (E-Mail, Web-Sites, Online-Shops) hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Wildemann, H.: Das Management intelligenter Technologien als Kernkompetenz. F.A.Z. vom 28.2.2000, 35