Startseite Frühere Auflagen Forschungsbefunde WIRTA - Wirtschaftlichkeitsanalyse
WIRTA - Wirtschaftlichkeitsanalyse

Mertens stellt fest, dass Ökonomie in der Marktwirtschaft für die Unternehmung Rentabilitätsmaximierung bedeutet und dass sich Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsmaximierung nicht decken. So genannte Ingenieurziele (z. B. Kostenminimierung, Maximierung der Kapazitätsauslastung) seien theoretisch nur haltbar, wenn zahlreiche Ceteris-Paribus-Klauseln gelten; bei Verwendung dieser Klauseln in der Wirtschaftsinformatik sei große Vorsicht geboten.

Mertens, P.: Operiert die Wirtschaftsinformatik mit falschen Unternehmenszielen? In: Becker, J. et al. (Hrsg.): Wissenschaftstheorie und Wirtschaftsinformatik. Wiesbaden 1999, 379-392


Potthof hat zum Zusammenhang zwischen IV-Einsatz und wirtschaftlichem Erfolg u. a. festgestellt (Inhaltsanalyse einschlägiger Publikationen empirischer Studien): „Es besteht eine unzureichende Kenntnis der Auswirkungen des IV-Einsatzes innerhalb eines Unternehmens sowie darüber, welchen Einfluss die IV auf den ‚business value’ tatsächlich hat und welche anderen Faktoren hier einwirken. ....... Der Erfolg von IV-Investitionen hängt in großem Maße vom Faktor Mensch ab, denn Fehlerpotentiale liegen bei der Investitionsentscheidung sowie der Einführung und Nutzung von IV-Technologien und -Systemen.“

Potthof, I.: Empirische Studien zum wirtschaftlichen Erfolg der Informationsverarbeitung. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 40/1998, 54-65


Befunde verschiedener empirischer Studien (zitiert nach Brynjolfsson/Hitt) besagen, dass rd. die Hälfte der Nutzenwirkung des IT-Einsatzes durch unternehmensübergreifende Faktoren (z. B. Netzwerkeffekte, staatliche Infrastruktur, Ausbildung) bestimmt, die andere Hälfte von unternehmensspezifischen Faktoren beeinflusst wird. Von Unwirtschaftlichkeit des IT-Einsatzes kann daher trotz des IT-Paradoxons nicht die Rede sein, da erst der Einsatz neuer Technologien zu Qualitäts- und Serviceverbesserungen, veränderten Arbeitsbedingungen oder Erschließung neuer Märkte führt. Der Nutzen der IT hängt von einer Reihe von Faktoren ab, welche vom Anwender gestaltet werden müssen, um die Wirtschaftlichkeit von IT-Investitionen zu gewährleisten.

Brynjolfsson, E. / Hitt, L. M: Paradox lost? Firm-level evidence on the returns to information systems spending, in: Management Science 4/1996, 541-558


Hitt/Brynjolfsson berichten über Ergebnisse einer Studie der Wharton School u. a. wie folgt: Durch IT-Einsatz wurden für die Kunden Werte geschaffen und die Produktivität der untersuchten Unternehmen gesteigert; ein Anstieg der Rentabilität konnte nicht nachgewiesen werden.

Hitt, L. M. / Brynjolfsson, E.: Productivity, Business Profitability, and Consumer Surplus. Three different Measures of Information Technology Value. In: MIS Quarterly, 20/1996, 141-142