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MEAUF - Aufwandsschätzung

Lehmann hat u. a. festgestellt (Art und Zeit der Untersuchung nicht bekannt), dass 59 % aller Softwareentwicklungen die geplanten Budgets nicht einhalten.

Lehmann, J.: How software projects are really managed. In: Datamation 1/1979, 119-129


Stahlknecht/Thienell stellen zur Akzeptanz und Ergebnisqualität von Schätzverfahren u. a. fest (Art und Zeit der Untersuchung nicht bekannt): Formalisierte Vorgehensweisen werden weitgehend abgelehnt, obwohl die Schätzpraxis durch dramatische Abweichungen der Schätzwerte von den Istwerten gekennzeichnet ist.

Stahlknecht, P. / Thienell, K.: Empirische Erhebung über Verfahren zur Aufwandsschätzung für DV-Projekte. Bericht 8210 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Osnabrück, 1982



Rudolph berichtet über die Anwendung des Function-Point-Verfahrens bei 19 Projekten, die mit dem Ziel untersucht wurden, die Auswirkungen des Einsatzes einer Programmiersprache der 4. Generation auf die Produktivität der Softwareentwicklung zu ermitteln. Er stellt fest, dass das Verfahren ein wirksames Mittel zur Bestimmung derartiger Auswirkungen ist.

Rudolph, E.: Function-Point-Methode – Messlatte für die Produktivität in der Softwareentwicklung. In: Computer Magazin 6/1984, 43-46


Noth/Kretzschmar
ziehen aus der Beobachtung, dass Akzeptanz und Ergebnisqualität der Aufwandsschätzverfahren gering sind, den Schluss, dass nicht die Entwicklung neuer Schätzverfahren erforderlich ist, sondern dass flankierende Maßnahmen für formal befriedigende Schätzverfahren entwickelt werden müssen. Sie bestehen darin, Erfahrungswissen aus abgeschlossenen Projekten zu sammeln, zu systematisieren und auszuwerten.

Noth, T. / Kretzschmar, M.: Aufwandsschätzung von DV-Projekten. 2. Aufl.., Springer, Ber­lin et al. 1986



Drummond beschreibt die Anwendung des Function-Point-Verfahrens bei 29 größeren Projekten mit 74 oder mehr Personentagen und einer Reihe von kleinen Projekten, die über einen Zeitraum von sechs Monaten abgewickelt wurden (Untersuchungszeitraum 1983). Er kommt zu dem Schluss, dass das Verfahren einen signifikanten Fortschritt in der Mess- und Schätztechnik ermöglicht.

Drummond, S.: Measuring Application Development Performance. In: Datamation, July 1987, 102-108



Saalfrank et al. berichten über die Anwendung eines mit COKAL bezeichneten Schätzverfahrens, das die Struktur von COCOMO verwendet, aber die Parameter neu quantifiziert, Folgendes (Art und Zeit der Untersuchung nicht bekannt): Vergleichende Schätzungen unter Verwendung der von Boehm angegebenen Datenbasis haben ergeben, dass die mittlere Summe der relativen Fehler beim Aufwand um 65 % und bei der Zeit um 44,1 % kleiner ist.

Saalfrank, R. / Schelle, H. / Schnopp, R.: Produktivitätseffekte von Aufwandseinflussgrößen bei der Softwareentwicklung. In: Angewandte Informatik 3/1987, 95-103


Symons stellt auf Grund von Anwendungserfahrungen fest, dass das Function-Point-Verfahren mit der von ihm vorgeschlagenen Anpassung (Mark II) „… still seems to offer one of the best lines of approach for an organization that wishes to study its trends in productivity and improve its estimating methods for the development and support of computerized business information systems”.

Symons, Ch. R.: Function Point Analysis: Difficulties and Improvements. In: IEEE Transactions on Software Engineering 1/1988, 2-11


Haschke berichtet über die Ergebnisse der DV-Controlling-Enquete 1993 (Stichprobenanalyse, schriftliche Befragung anonymer Adressaten, N = „über 60“, deskriptive und einfache quantitative Datenanalyse) bezüglich des Function-Point-Verfahrens, dass es „als unbestreitbar bestes Zeitaufwandschätzverfahren für die Softwareerstellung“ bei 53 % der Stichprobe noch nie, bei über 20 % selten, bei 10 % vorwiegend und nur bei 2 % immer eingesetzt wird. Von über 80 % der Anwender wird es im ersten Jahr, von über 10 % seit zwei bis vier Jahren verwendet. Knapp 30 % verwenden es bereits in der Vorstudie, die anderen erst nach Erstellung des fachlichen Grobkonzepts.

Haschke, W.: DV-Controlling. Planung, Steuerung, Kontrolle. Computerwoche, München 1994


Sneed stellte bei mehreren Entwicklungsprojekten für objektorientierte Software fest, dass der Personen-Zeitaufwand je Object Point auch von der Projektgröße abhängig ist. Bei kleineren Projekten (bis 2.000 Object Points bzw. 10.000 Codezeilen) beträgt der Aufwand für 1 Object Point 2 Personenstunden, bei mittleren Projekten (bis 8.000 Object Points oder 40.000 Codezeilen) 4 Personenstunden. So wie bei anderen Schätzverfahren ist daraus der Schluss zu ziehen, dass eine Verbesserung der Schätzgenauigkeit entscheidend von der Verfügbarkeit situativ zutreffender Erfahrungswerte aus abgeschlossenen Projekten abhängt.

Sneed, H. M.: Schätzung der Entwicklungskosten von objektorientierter Software. In: Informatik Spektrum 1996, 133-140