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Vorwort

Die 9. Auflage 2009 des Lehr- und Handbuchs Informationsmanagement unterscheidet sich von der 8. Auflage 2005 nicht nur dadurch, dass die meisten Lerneinheiten überarbeitet wurden, sondern auch durch zusätzliche und durch nicht mehr wieder gegebene Lerneinheiten. Etliche Lerneinheiten wurden besser strukturiert, neues Material eingearbeitet, die Literaturangaben aktualisiert, Abbildungen verbessert und neue eingefügt. Die Forschungsbefunde wurden ergänzt, einige wurden entfernt. Mehr Wert als bisher wurde auf zugängliches Informationsmaterial gelegt, einschließlich diverser Internetadressen. Der bei den bisherigen Auflagen verwendete Untertitel „Planung, Überwachung und Steuerung der Informationsinfrastruktur“ wurde durch „Grundlagen – Aufgaben – Methoden“ ersetzt, um den grundlegenden Charakter dieses Lehr- und Handbuchs sichtbarer zu machen.

Aus dem Bestand der 8. Auflage ausgeschieden wurden die Lerneinheiten PROMA – Projektmanagement, SZENA – Szenariotechnik, PORTA – Portfolioanalyse, BEBET – Methoden der Benutzerbeteiligung, MEAUF – Methoden der Aufwandsschätzung, BENCH – Benchmarking, REVAU – Reviews und Audits und NORMQ – Normen zum Qualitätsmanagement sowie alle Lerneinheiten der operativen Aufgabenebene und der entsprechenden Methoden. Die operative Ebene ist unverändert Teil des Modells des Informationsmanagements, das in Lerneinheit MODIM umfassender als bisher als theoretische Grundlage hergeleitet und beschrieben wird. Die in der Praxis ausgefeilte Handhabung und gute Sachkenntnis und daraus folgend die geringe Bedeutung des operativen Managementhandelns für die akademische Lehre rechtfertigen es, auf die Darstellung der operativen Aufgaben und Methoden zu verzichten. Auch werden operative Aufgaben zunehmend automatisiert, indem sie Informationssystemen als Aufgabenträgern zugeordnet werden (z. B. die Arbeitsvorbereitung im Rechenzentrum).

In den Bestand wieder aufgenommen wurden die Lerneinheiten WIMAN – Wissensmanagement, MEWIM – Methoden des Wissensmanagements, GPMAN – Geschäftsprozessmanagement und MEGPM – Methoden des Geschäftsprozessmanagements. Die im Vorwort der 8. Auflage angegebene Begründung dafür, Wissensmanagement und Geschäftsprozessmanagement aus dem Informationsmanagement auszugliedern, hat sich als nicht haltbar erwiesen. Die Lerneinheiten RISKO – Risikoanalyse und QUAMO – Qualitätsmodelle wurden inhaltlich so verändert, dass daraus auch neue Bezeichnungen folgen, nämlich SIKON – Sicherheitskonzepte und MEQUA – Methoden des Qualitätsmanagements. Neu aufgenommen wurden die Lerneinheiten RECHT – Informationsrecht (wie bis einschließlich 6. Auflage behandelt), OUTSO – Outsourcing (bis zur 8. Auflage kurz in Lerneinheit STRAT – Strategieentwicklung behandelt), INBAN – Informationsbedarfsanalyse und RZMAN – Rechenzentrumsmanagement. Statt bisher drei werden vier Fallstudien angeboten, von denen FSSIT – Fallstudie Situationsanalyse in überarbeiteter Form aus dem bisherigen Bestand übernommen wurde.

Die 9. Auflage umfasst damit 44 gegenüber 47 Lerneinheiten der 8. Auflage. Der in der Druckversion wieder gegebene Stoffumfang entspricht in etwa dem Lehrinhalt einer vierstündigen Lehrveranstaltung mit je zwei Stunden Vorlesung und Übung.

http//www.informationsmanagement-buch.org ist die URL der Website zu diesem Lehr- und Handbuch. Sie gibt Hinweise zur Benutzung, ausgewählte Buchteile (z. B. Abbildungen), ergänzende Dokumente (z. B. Demonstrationsbeispiele), Definitionen und Abkürzungen sowie neuere Forschungsbefunde. Leser haben die Möglichkeit, Hinweise zu Inhalten des Buches zu geben und Fragen zu stellen. Die Website wird kontinuierlich weiter entwickelt und ergänzt. Unter Berücksichtigung des digitalen Begleitmaterials ergibt sich gegenüber der 8. Auflage ein wesentlich erweiterter Stoffumfang.

Das in Wissenschaft und Praxis weit verbreitete Präfix IT wird pragmatisch verwendet. Wenn im Text keine besondere Erklärung zu finden ist (um z. B. Mehrdeutigkeiten zu vermeiden), ist es umfassend gemeint, bezeichnet also Informationssysteme, Technologien, Infrastruktur, Methoden und Werkzeuge usw.; beispielsweise meint strategische IT-Planung die Planung in diesem weit gefassten Sinne und beschränkt sich nicht auf Technologien.

Der Inhalt aller Lerneinheiten ist auf Informationsmanagement fokussiert, dessen Objekte Informationsfunktion und Informationsinfrastruktur sind. In mehreren Besprechungen vorangegangener Auflagen dieses Lehr- und Handbuchs ist darauf hingewiesen worden, dass es sich auf die informationstechnische Infrastruktur konzentriere, während betriebswirtschaftliche und menschlich-verhaltensbezogene Aspekte zu kurz kämen. Es war und ist die Absicht der Autoren, den Schwerpunkt – wie in den vorangegangenen acht Auflagen – zu belassen, sie sehen diesen aber keineswegs auf informationstechnische Aspekte reduziert. Die Behandlung menschlich-verhaltensbezogener Aspekte muss allerdings durch andere Publikationen erfolgen.

Die Autoren verwenden das herkömmliche Maskulinum und verzichten auf die meist umständlichen Konstruktionen einer beide Geschlechter explizit ansprechenden Formulierung. Wo immer möglich, wird eine Formulierung verwendet, die einen Geschlechterbezug vermeidet. Den Autoren ist es ein Anliegen zu betonen, dass damit keinerlei geschlechtsspezifische Absicht verbunden ist. Leserinnen und Leser sind gleichermaßen angesprochen.

Das Manuskript der Lerneinheit RZMAN – Rechenzentrumsmanagement erarbeitete Hon.-Prof. Dr. Hermann Sikora, Geschäftsführer der GRZ IT Center Linz GmbH, gemeinsam mit Dr. Andreas Putzinger, ebenfalls GRZ (http://www.grz.at). Das Manuskript der Lerneinheit FSERF – Fallstudie Erfolgsfaktorenanalyse lieferte Dr. René Riedl, Institut für Wirtschaftsinformatik – Information Engineering der Universität Linz (http://www.ie.jku.at/rriedl). Kirsten Oßmann hat die Daten für die Lerneinheit FSLEM – Fallstudie Lebenszyklusmanagement zusammengestellt. Das Manuskript für die Lerneinheit FSGPM – Fallstudie Geschäftsprozessmanagement erarbeitete Dr. Daniel Fischer, Fachgebiet Informations- und Wissensmanagement der TU Ilmenau (http://tu-ilmenau.de/informationsmanagement). Der Dank der Autoren gilt auch Winfried Bratfisch, René Fiege, Dr. Daniel Fischer, Dr. Bernd Markscheffel, Univ.-Prof. Dr. Dietrich von der Oelsnitz und Thomas Wöhner für hilfreiche Anmerkungen zu früheren Versionen des Manuskriptes, Elisabeth Schmidt, Marion Wyzgol und Dr. Daniel Fischer für ihre Hilfe bei der Erstellung der Abbildungen und des druckfertigen Manuskriptes sowie Frank Fiedler und Dr. Daniel Fischer für ihre unermüdliche Arbeit an der Website.

Hinweise auf Fehler und sachkritische Anmerkungen, die zur Verbesserung des vorliegenden Textes führen können, sind den Autoren willkommen.

 

Linz und Ilmenau im Februar 2009

 

lutz.heinrich@jku.at – http://www.ie.jku.at/heinrich/

dirk.stelzer@tu-ilmenau.de – http://www.tu-ilmenau.de/informationsmanagement